Nein, sagte sie unfreundlich, ich kann keine Gedichte. Und wenn du meinst, ich erzähle dir so etwas, weil es poetisch ist, dann verstehst du das alles nicht. Ich bin nicht poetisch, und wenn du je etwas liest von mir und findest Poesie darin, dann liegt’s an dir und nicht an mir und ist gegen [...]
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Posted 12 Juli 2009
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Tagged: Rinser
Gott weiß wie tief ich auf diesem Weg gekommen wäre, wenn ich weitergeschrieben hätte oder besser, wenn mir meine Verhältnisse und mein Zustand das, mit allen Zähnen in allen Lippen, ersehnte Schreiben erlaubt hätten.
Franz Kafka in einem Brief vom 11. Oktober 1916 an seinen Verleger Kurt Wolff bezüglich der Erzählung »In der Strafkolonie«
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Posted 05 Juni 2009
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Tagged: Kafka
ZEIT ONLINE: Dürfen wir Sie etwas Schwerwiegendes fragen?
Hermann: Ob ich ein gläubiger Mensch bin?
ZEIT ONLINE: Nein, warum schreibt man?
Hermann: Vor dem Schreiben kommt das Lesen. Durch das Lesen öffnen sich Räume, man erweitert das eigene Leben, den Alltag, das Empfinden.
ZEIT ONLINE: Man liest also von sich weg. Und man schreibt…
Hermann: … zu sich hin, ja, [...]
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Posted 22 Mai 2009
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Tagged: Hermann
Schreiben ist nicht identisch mit Selbstfindung. Es gleicht mehr der Arbeit an einem Objekt, das aus Charakteren, Handlungen und Wörtern gemacht ist. Ich arbeite die ganze Zeit.
ZEIT: Aber sind Sie glücklich?
Roth: Das frage ich mich niemals.
ZEIT: Warum nicht?
Roth: Weil es mich nicht interessiert. Ich frage mich nur: Geht es voran mit der Arbeit? Und wenn [...]
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Posted 05 Februar 2009
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Tagged: Roth
Am 4. Januar ist Gert Jonke im Alter von 62 Jahren in Wien verstorben. Die heutige Ausgabe der Frankfurter Rundschau enthält einen lesenswerten Beitrag von Martin Lüdke*; »Alles hat er gewollt« überschrieben. Lüdke zitiert Jonke zum Thema Form des Erzählens mit einer Bemerkung aus dem Jahre 1970:
»Ich glaube nicht an normale Erzählungen. Ich kann [...]
Ich schreibe. Mit wirklich eiserner Disziplin räume ich mir jeden Tag zwei Stunden frei fürs Schreiben, entweder morgens vor der Arbeit oder abends danach. Für mich war das immer sehr wichtig. Wenn man den ganzen Tag mit anderen Textformen zu tun hat, von der Aktennotiz bis zum Roman, habe ich am Ende bei all [...]
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Posted 31 Dezember 2008
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Tagged: KrĂĽger
Wenn man von festen Positionen des Sozialismus ausgeht, kann es meines Erachtens auf dem Gebiet von Kunst und Literatur keine Tabus geben.
[Erich Honecker, 1972]
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Posted 03 Dezember 2008
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Alle Menschen dichten fast pausenlos, in Tagträumen, in ungeäußerten Wünschen, auch im Schlaf, meist ohne es zu wissen, meist ohne ihr Gedicht mitteilen zu können oder zu wollen. Das geschriebene Gedicht – nicht jedes, aber doch viele – ist ein Amalgam von Spontaneität und bewußter Kunst, manchmal Künstlichkeit (was nicht im herabmindernden Sinne gemeint [...]
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Posted 03 Dezember 2008
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Tagged: Hermlin
Das Schreiben ist ein unerschöpfliches Thema. (Sagt der Inka und knüpft einen Knoten in die Schnur. Da kommt seine Frau des Wegs, reißt ihm den Strick aus der Hand und hängt die Wäsche daran auf. »Aber das ist ein Roman!« sagt der Inka zu seiner Frau. »Papperlapapp!« sagt seine Frau.)
[Uwe Brandner, 1968]
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Posted 03 Dezember 2008
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Tagged: Brandner
“Da Literatur nun, insoweit sie Kunst ist, immer pervers ist, führt sie zu Genüssen, die an ihrem Grund nicht erlaubt sind. Es sind Übertretungen. Ich habe nach den ersten gelesenen Seiten die Ahnung, solch eine Übertretung liege hier vor, und sie sei ungeheuer.” ANH in: Jonathan Littell. Die Wohlgesinnten. Lesenotate (1)
[Nachtrag 16.3.08 12:30]
Das Zitat [...]