Günders Grenzen (61-66)
Feb 3rd, 2008 by JK
“Mir fehlen die Worte!” Heribert Weinstöckles Stimme dröhnte durch das kleine Büro. “Auch meine Geduld hat Grenzen, mein Lieber.”
Angesprochen wird hier Günder, Iskender Günder; und zwar von seinem Chef ganz vertraulich mit Vornamen Iskender. Der hat ihn gerade gefeuert. Wegen unerlaubter Nebentätigkeit. So nennt es jedenfalls Heribert Weinstöckl. Hätte der sich jedoch vorher informiert, vielleicht bei Thea Bauriedl oder Wolfgang Schmidbauer (Die hilflosen Helfer, Rowohlt 1977, ISBN 3-498-06123-2), hätte er wissen können, dass man das, was Iskender Günder getan hat, nicht als unerlaubte Nebentätigkeit sondern gemeinhin als “Helfersyndrom” bezeichnet.
Damit Ihnen das nicht auch passiert, gibt es bei den PaL (Praktisch anwendbaren Lebenshilfen) - übrigens ein Verlag aus Mannheim - einen Online-Test, mit dem Sie überprüfen können, ob Sie am “Helfersyndrom” leiden und Ihnen geholfen werden kann, bevor der Job weg ist.
Der Autorin hat die Geschichte von Iskender Günder ge- besser gesagt verholfen zu 2000 Euro Preisgeld im Mannheimer Kurzgeschichten Wettbewerb.
* Sabine Trinkhaus: Günders Grenzen S. 61-66 in:
»grenzen.überschreiten. ein europa-lesebuch. 35 Kurzgeschichten über Migration und Europa. Herausgegeben von der Stadt Mannheim und Klaus Servene, sowie von Sudabeh Mohafez und Dimitré Dinev. andiamo-Verlag, ISBN 978-3-936625-11-0, kartoniert, 225 Seiten
