Die Stürme des Lebens
Jul 27th, 2007 by JK
Der verschollen geglaubte Jugendroman von Jean Améry wird zum ersten Mal veröffentlicht. (Rezension von Verena Auffermann.)
Dieser zwischen 1934 und 1935 entstandene Roman hat eine fantastische Vorgeschichte. Sein jugendlicher Autor war überzeugt, dass dieses Werk so großartig sei, dass es nur Thomas Mann angemessen würdigen könne. Der kühne 23-jährige, in Wien geborene Autodidakt Hans Mayer, der sich später Jean Améry nannte, war ein blonder, katholisch erzogener Jude, Schulabbrecher, vaterlos, belesen und hoch ambitioniert. Er schickte das Manuskript an den verehrten Schriftsteller und wartete lange auf eine Antwort. Höflich entschuldigte sich Thomas Mann mit Überlastung und verwies ihn an Robert Musil. Stilistisch ein extremer Antipode, bescheinigte Musil, dass der Roman »recht begabt« sei, aber »noch gewisse Unreifen zeigt«.
Als das verschollen geglaubte Manuskript 1950 wieder auftaucht, ist Jean Améry beglückt. Zu einer Publikation kommt es nicht. Knapp dreißig Jahre nach Amérys Freitod im Oktober 1978 erscheint der Roman nun endlich in Erstausgabe.
Den ganzen Artikel lesen: Die Zeit - Literatur : Die Stürme des Lebens
Wikipedia: Jean Améry
