Qick FAQ mit Sandra M.
Sep 8th, 2006 by JK
Jakov Katz beim Vorgespräch mit Sandra Mausberger, der wohl investigativsten Journalistin, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat. (An der Wasserschachtel beim Mannheimer Ruderclub.) Frau Mausberger stellt die heißesten Fragen zu den brennensten Themen unserer Zeit - schließlich wird ihre Sendung von einem Herrn Küppersbusch produziert, der war früher schwer auf ZACK!
Das Interview wird in lockerer Folge fortgesetzt. Frau Mausberger ist hartnäckig; sie kommt seither jedes Jahr mindestens einmal vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt und wie es geht.
SM: Herr Katz, seit Jahren schon bemühe ich mich, Sie in meine Sendung zu bekommen. Immer haben sie “NEIN” gesagt. Was hat Sie zu dem Sinneswandel bewogen?
JK: Am Ceran-Kochfeld links hinten von meinem Küchenherd ist der Thermostat kaputt, das Feld heizt auf, bleibt immer auf der höchsten Stufe und lässt sich nicht mehr regulieren. Ich habe meinem Händler gesagt, er soll sich darum kümmern. Am nächsten Tag ruft ein Herr Küppersbusch an und fragt mich, ob ich denn Zeit hätte. Da hab ich “JA” gesagt und erst hinterher festgestellt, dass es Ihr Produzent war und gar nicht der Kundendienst. Mein Herd ist von Siemens.
SM: Sie betreiben jetzt auch ein persönliches so genanntes “Weck Plot” warum?
JK: Warum? -Das Magazin “Wired” hat das mal treffend beschrieben: “Creating your own blog is about as easy as creating your own urine, and you’re about as likely to find someone else interested in it.” Für so einen alten Pisser wie mich war das Ansporn genug.
SM: Wir kennen Ihre Vorliebe, mit Scherzen abzulenken …
JK: Das ist kein Scherz, nur ein Schluck Kaffee zu viel und ich verspüre den ganzen Tag über einen unwiderstehlichen Drang. Mir geht es wie meinem Zahnarzt, der kriegt dann keinen Patienten vom Stuhl, ohne zwischendurch eine Pinkelpause einzulegen.
SM: Eigentlich wollte ich mit Ihnen nicht über die Blasenprobleme Ihres Zahnarztes reden.
JK: Aber meinen Kaffee bezahlen Sie doch?
SM: Nur, wenn Sie nicht länger ausweichen.
JK: Also gut.
SM: Sprechen wir über Bücher und Ihre Internetaktivitäten mit diesen “Weck Plots”. Da war doch was mit einem griechischen Seeungeheuer, einem dreieckigen Buch und einem Metropoliten, der nach Syrakus gereist ist, und sich das von der BASF hat bezahlen lassen.
JK: Ich sehe, Sie wissen bescheid.
SM: Ich habe mich auch vorbereitet und eine excellente Redaktion! “Szyllas Lesezeichen” heißt Ihr erstes “Weck Plot”. Mir geht es aber um Ihre Person, und mit der fangen wir an.
JK: Zur Klarstellung: “Szyllas Lesezeichen” schreibe ich unter Psyeudonym. Immer mehr Leute lesen das anscheinend und viele wollen wissen, wer ist der Kerl, der da dahinter steckt. Und neulich “Beim Häuten der Zwiebel” habe ich grässlich geweint und eingesehen, die Leute sollen die Wahrheit wissen nach so langer Zeit.
SM: Und dann?
JK: Habe ich mir einen Ruck gegeben, mich hingestellt wie Klaus Wowereit und gesagt: “Ich bin cool - und das ist gut so.” Jetzt kann mich keiner mehr.
SM: Vor welchem Publikum haben Sie das getan, was waren das für Leute? Wie wurde Ihr Eingeständnis aufgenommen?
JK: Publikum? - Morgens beim Zähneputzen stand ich im Bad vor dem Spiegel und habe es mir geradeheraus ins Gesicht geschleudert. Schluss mit dem Selbstbetrug.
SM: Ich verstehe, Sie schreiben also eine Art Autobiographie im Internet?
JK: Das mit dem Auto können Sie ruhig weg lassen, ich habe keinen Führerschein. Wer keinen Führerschein hat, darf auch auf keinem Führer reiten. HA, HA, HA !
SM: Aber eine Biographie ist es nicht - ist es ein Roman?
JK: Marcel Reich-Ranicki erklärte kürzlich in einem Interview mit Ina Hartwig in der Frankfurter Rundschau. “Es gibt keine anderen Romane als autobiographische, der Rest ist überflüssig.” Ich tue nichts Überflüssiges.
SM: Im gleichen Interview sagte er auch, dass politische Äußerungen von Schriftstellern nichts bringen.
JK: Sie entlarven ihre politsche Wankelmütigkeit. Praktisch bewirken tun sie nichts, da gebe ich MRR recht. Aber das ist dennoch kein Grund, sich nicht zu äußern und sein Maul zu halten. Wenn es aber dazu führt, wie bei Thea Dorn und Cora Stephan, dass unsere Bundeskanzlerin wie die heilige Monstranz durch die Talkshows getragen wird, könnte man schon mal versucht sein, Eva Hermann in Stellung zu bringen. Ich schätze Frau Hermann als Moderatorin, als Schriftstellerin würde ich sie eben so wenig bezeichnen, wie ich die ehemalige Lufthansa-Stewardess, die das sonntägliche Olaf-Henkel-Forum moderiert, eine Journalistin nennen möchte. Sie soll den Herren lieber eine Limonade bringen und sagen, wann es Zeit zum Anschnallen ist anstatt Fragen zu stellen.
SM: Herr Katz, ich muss doch sehr bitten! Bevor Sie hier weiter Kolleginnenschelte betreiben. Ihre Person und Ihre Schreibe steht im Mittelpunkt unseres Gesprächs.
JK: Ich fühle mich geschmeichelt.
SM: Sie haben den Begriff Roman ins Spiel gebracht, ist ihr “Weck Plot” die Vorstufe zu einen Buch?
JK: Jetzt haben Sie mich ertappt, ein richtiger kleiner Kobold sind Sie. Meine Antwort ist eindeutig: ICH WEISS ES NICHT. Ich betrachte mein Schreiben als “Vorwerck” eine Art Work in “Progress”. Man muss heutzutage so aufpassen, was man schreibt. Das saugt man sich die letzten Erinnerungen aus dem Gehirn und kaum sind sie gedruckt, schon will einem die Verwandtschaft in Regress nehmen. Meinen Agenten habe ich beauftragt, in Zukunft vorsorglich nur noch Honorare unterhalb der Pfändungsgrenze zu vereinbaren.
SM: Ein Wort zum immer beliebteren Thema “Brot-Kast”. Können sich die Besucher Ihrer Internetseiten, demnächst auch Filmbeiträge auf ihr Handy laden oder Lesungen auf dem “Ei-Brot” verfolgen?
JK: Da muss ich Sie leider enttäuschen. Ich verwende zum Bearbeiten meiner Film- und Tonaufnahmen eine ausgefeilte Schnitt-Technik (siehe Foto unten), für das so entstehende Dateiformat ist die Industrie derzeit nicht in der Lage, die benötigte Hard- und Software bereit zu stellen. - Und jetzt bringen Sie aber mal Werbung, der Kaffee beginnt zu wirken. Ich bin gleich wieder da.

Schneidegerät für “BrotKast”

Das Schneidegerät für Brotkast hat mich schwer beieindruckt. wo gibts das zu kaufen? Bei Qualle? Bin Cutter ..
Ps. es stimt , man muss heutzutage genau aufpassen was man schreibt
el Querida amiga… jaja
ps. wer ist die tolle Schnitte neben jacov Katz ( privat)
Liebe Onkelgrüße