Herr Katz macht Pause. Hier tut sich zur Zeit nichts. Das Layout muss angepasst werden, incl. Zeichensatz. Die “Autoupdate-Funktion” auf WP Version 2.9. verursachte Chaos. Sorry.
Nein, sagte sie unfreundlich, ich kann keine Gedichte. Und wenn du meinst, ich erzähle dir so etwas, weil es poetisch ist, dann verstehst du das alles nicht. Ich bin nicht poetisch, und wenn du je etwas liest von mir und findest Poesie darin, dann liegt’s an dir und nicht an mir und ist gegen meine Absicht. Poetische Schilderungen, die Zuflucht aller Schriftsteller, bei denen der Geist nicht ausreicht.
Nina Buschmann in Luise Rinser: Mitte des Lebens
Gott weiß wie tief ich auf diesem Weg gekommen wäre, wenn ich weitergeschrieben hätte oder besser, wenn mir meine Verhältnisse und mein Zustand das, mit allen Zähnen in allen Lippen, ersehnte Schreiben erlaubt hätten.
Franz Kafka in einem Brief vom 11. Oktober 1916 an seinen Verleger Kurt Wolff bezüglich der Erzählung »In der Strafkolonie«
ZEIT ONLINE: Dürfen wir Sie etwas Schwerwiegendes fragen?
Hermann: Ob ich ein gläubiger Mensch bin?
ZEIT ONLINE: Nein, warum schreibt man?
Hermann: Vor dem Schreiben kommt das Lesen. Durch das Lesen öffnen sich Räume, man erweitert das eigene Leben, den Alltag, das Empfinden.
ZEIT ONLINE: Man liest also von sich weg. Und man schreibt…
Hermann: … zu sich hin, ja, das ist so, glaube ich. Manchmal ist es fast ein wenig seltsam, wenn man das dann in ein Bild, in Worte, in eine Figur gefasst hat. Denn dann ist es ja irgendwie auch wieder weg, fort geschrieben, zu Ende gedacht.
[Judith Hermann im Gespräch mit David Hugendick und Wiebke Porombka – DIE ZEIT online 30.4.2009 ]
Schleier vor dem Schloss
Dampf steigt aus dem Fluss
Der Nebel zieht durch das Tal.
© Jakov Katz 2009
Reif auf den Dächern
Schneereste im Gras
Die Sonntagsglocken läuten
© Jakov Katz 2009
Trübe wird es schon.
Die Katze wärmt ihren Bauch
auf der Fensterbank.
© Jakov Katz 2009
Ein Zen-Meister wird von einem Schüler gefragt, was das wertvollste auf der Welt sei. Er antwortet: »Eine tote Katze.« »Warum eine tote Katze?« fragt der Schüler. »Weil niemand sagen kann, was eine tote Katze wert ist.« antwortet der Meister.
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Posted 13 Februar 2009
† JK §
KatZEN
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Der Morgen ist kalt.
Eine unruhige Nacht
Und draussen fällt Schnee.
© Jakov Katz 2009
Schreiben ist nicht identisch mit Selbstfindung. Es gleicht mehr der Arbeit an einem Objekt, das aus Charakteren, Handlungen und Wörtern gemacht ist. Ich arbeite die ganze Zeit.
ZEIT: Aber sind Sie glücklich?
Roth: Das frage ich mich niemals.
ZEIT: Warum nicht?
Roth: Weil es mich nicht interessiert. Ich frage mich nur: Geht es voran mit der Arbeit? Und wenn ich an einem Buch sitze, bin ich lebendig. Ich wache morgens auf und will sofort an die Arbeit. Die schlimmste Zeit ist diejenige zwischen zwei Büchern. Dann weiß ich nicht, was ich mit mir anfangen soll. Ich gehe in drei Museen, und dann ist das erledigt. Aber was soll ich mit meiner Zeit anfangen? Ich bin einfach zum Schreiben da, und wenn ich nicht schreibe, komme ich mir vor wie ein Wagen, dessen Räder im Schnee durchdrehen.
[Philip Roth im Gespräch mit Michael Naumann – DIE ZEIT 29.01.2009 Nr. 06 ]